Interarc Wettbewerb 14. Nov. 2004

 - Meisterschaft mit traditionellen Bögen -

 

Unser Anliegen, einen Wettbewerb unter allen traditionellen Bogenarten zu etablieren, bekommt immer mehr Zuspruch. Heuer kamen zur zweiten Interarc 43 Schützen, darunter 18 Ungarn. Folglich waren auch heuer die Reflexbögen in der Überzahl. Dieser Typ ist der Nachbau der ähnlichen Bögen der verschiedenen Steppenvölker. Obwohl er eine traditionelle Bauweise aufweist, wird er in den Reglements der größeren Bogensportverbände unzureichend berücksichtigt, somit ist für diese Sparte die Interarc ein willkommener Anlass das eigene Können zu messen.

Die gutgelaunten Ungarn haben zur einmaligen Atmosphäre sehr viel beigetragen. Nahezu alle kamen in Gewändern der Völkerwanderungszeit, und bemühten sich sichtlich, einen prägenden Eindruck zu hinterlassen.

Weiters kamen 8 Kyudoka, davon 6 von unserem Verein Momiji Kai, sowie der Vorjahressieger Peter Hammerschick vom Linzer Stahlstadt-Dojo, und Michael Patscheider vom Wiener Shômen-Verein Seishin.
Um einen anspruchsvollen Wettkampf zu gestalten, haben wir uns heuer für 40 Pfeile, zu schießen in 10 Runden, entschieden. Ziel und Entfernung wie im Kyudo üblich: Mato mit 36 cm Durchmesser auf 28 Meter. Die ersten zwei Runden des Vormittags galten als Qualifikation, nur die besten 28 konnten aus Zeitgründen am Nachmittag in der Hauptrunde weitermachen. 
Das hieß, die Schützen, die in der Vorrunde weniger als 2 Treffern von 8 Pfeilen erreicht hatten, schieden aus, während die mit 2 Treffern ins Stechen mussten.

In der Vorrunde führte das Momiji Kai-Mitglied Cezar Constantinescu mit 6 Treffern, aber gleich danach übernahm der Langbogenschütze István Lachmann aus Ungarn die Führung, der viermal hintereinander "Kai Chû" (alle vier Pfeile der Serie sind Treffer) landete. István schoss überhaupt den Vogel ab, als er aus Fairness seinen Bogen umgedreht geschossen hat, denn der Yumi und die meisten Reflexbögen haben keine Pfeilauflage, während der Großteil der heute gefertigten, laminierten Langbögen (und auch seiner) über welche in der Form eines kleinen Einschnitts über dem Griff verfügt.

Sein 70-Pfund (ca. 31kg) Langbogen stellte unsere Etafoam-Pfeilfänger schwer auf die Probe, denn nicht wenige seiner Pfeile durchschlugen sie vollständig. Aber nicht das schwere Zuggewicht, sondern die sichere Hand und seine sehr durchdachte, konzentrierte Schießweise verhalf ihm zum überlegenen Sieg mit 34 Treffern. Er ist nicht umsonst Europameister beim 3D-Schießen in der Langbogenklasse in 2004 geworden.

Cezar, der erst vor 1,5 Jahren Kyudo angefangen hat, bot vor allem in der ersten Halbzeit eine sehr gute Leistung, und hat mit 24 Treffern Silber geholt. Cezar schießt auch im Training sehr konstant, und auch beim Wettbewerb hat er seine Ruhe bewahren können.

Bronze ging an Otto Nemec, Staatsmeister in der Barebow (Blankbogen)-Klasse. Hier hat Otto einen Reiterbogen benutzt. Da er normalerweise den Barebow und den Langbogen schießt, dürfte ihm die Umstellung auf einen Reflexbogen etwas schwer gefallen sein. Er kämpfte sich vom 19. Platz in der Vorrunde auf den 7. in der Halbzeit, und schließlich auf den 3. zum Ende hoch. Er hat sogar in den letzten 4 Runden zweimal Kai Chû geschafft.
Den 4. Platz teilen der Vorjahressieger Peter Hammerschick und László Mudra, ein Reflexbogenschütze aus Ungarn, mit je 21 Treffern. Schade, dass Peter seine ausgezeichnete Leistung bei der österreichischen Kyudo-Meisterschaft ein halbes Jahr vorher nicht wiederholt hat.
Wir sind besonders stolz, heuer nicht nur Medaillen (bei Interarc sind diese sehr schön gefertigte Anstecker), sondern auch wertvolle Preise organisiert zu haben. Wir sprechen unseren besonderen Dank für die Sponsoren dieses Events, Josef Trnka und Bogensport Traxler, aus. Josef hat einen Bambus-Yumi, den er selbst hergestellt hat, als Preis zur Verfügung gestellt, und Helmuth Traxler überließ zwei Pfeilfänger der Typen "Deadstop 4000" und "Matts Straw". Als Dreingabe hat Momiji Kai den Dritt- und Zweitplatzierten je ein Fass Bier gespendet.

Wir danken auch dem Schiedsrichter Helmut Knotek, der diese schwierige Aufgabe in gekonnt professioneller Art gelöst hat.

Wir hoffen, dass die Interarc nächstes Jahr genauso erfolgreich abläuft wie heuer! Da das Wetter Mitte November für Schützen, die von weit her anreisen müssen, einen Strich durch die Rechnung ziehen kann, werden wir die Interarc 2005 voraussichtlich Mitte Oktober veranstalten. Für den genauen Termin bitte auf unserer Homepage, unter "Aktuelles", Ausschau halten!

-RR-

 

Josef Trnka
Bogenbauer

 

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