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DIE GESCHICHTE DES HEKI RYÛ INSAI HA ("Insai"
= Zweig der "Heki"-Schule)
Ähnlich wie bei allen anderen Kampfkunstarten in Japan, haben sich
im Laufe der Zeit unterschiedliche Schulen mit unterschiedlichen Auffassungen
etabliert. In den folgenden Zeilen wird die Geschichte jener Linie zurückverfolgt,
die wir praktizieren und der wir uns verpflichtet fühlen.
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Die Geschichte der Heki Schule beginnt in den Wirren des Bürgerkrieges
im Japan des 15. Jahrhunderts. Den lokalen Kriegsherren wurde schnell
klar, dass die berittenen, daher teuren und kleinen Heere nicht
ausreichten, um die Kriegsziele zu erreichen. Die billigere Infanterie
musste also ausgebaut werden.
Bis zu jener Zeit gab es keine systematisch ausgearbeitete Methode,
wie der lange asymmetrische Bogen zu Fuß zu handhaben sei.
Die Schießtechnik auf dem Pferde konnte von der Infanterie
nicht ohne weiteres übernommen werden. Die Handhabung musste
den Bauernsoldaten möglichst schnell beigebracht werden.
Heki Danjô Masatsugu (1443-1502), ein gefürchteter
Samurai, hat zum erstem Mal eine konsistente Lehre des Schießens
aufgebaut, die sich so überlegen zeigte, dass sie im ganzen
Land schnell Verbreitung fand.
Er hat einen Vater und dessen Sohn unterrichtet (Yoshida Shigekata
und Yoshida Shigemasa), die die gesammelten Erfahrungen in den sogenannten
Mokuroku dokumentiert haben. Mit einer Ausnahme (Chikurin-ha) leiten
alle Zweige der Heki-Schule ihre Wurzeln zu den Yoshidas zurück,
und bewahren die Tradition gemäß dem Mokuroku. Die Zweige
selbst sind in der Regel unter der Obhut eines "Daimyos"
(=Lehnsherr, lokaler Fürst) entstanden.
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Die Einführung und Verbreitung der Luntengewehre ab 1543 hat
dem Bogenschießen zunächst wenig geschadet, weil die
primitiven Feuerwaffen im Regen versagten und nur langsam nachzuladen
waren. Daher blieben gut ausgebildete Bogenschützen von großem
Wert. |
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Die friedliche Tokugawa-Periode (1602-1867) brachte die Absperrung
des Landes gegen jegliche äußere Einflüsse. Die
gesellschaftliche Struktur erstarrte, die technologische Entwicklung
stoppte. Feuerwaffen waren von der Klasse der Samurai verachtet (und
nur sie waren berechtigt Waffen zu tragen), sie bevorzugten weiterhin
den Bogen als ein ritterliches Kampfmittel. In dieser Ära begannen
die verschiedenen Schulen aufzublühen, und sich in den verschiedenen
Arten des Schießens zu spezialisieren.
Der "Insai" Zweig gewann seinen Namen vom Bogenmeister Insai
Issuiken (1561-1638), dessen Sohn eine so grandiose Demonstration vor
dem Shôgun lieferte, dass er sogleich als Lehrmeister engagiert
wurde, und die Schule fortan den Namen "Heki Tô Ryû"
zu führen berechtigt war. ("vom Shôgun bevorzugte Schule",
Tô kommt von "Tokugawa")
Die Meiji-Restauration 1867 brachte die Öffnung des Landes für
ausländische (v.a. deutsche und amerikanische) Einflüsse,
die dringend notwendig waren, um das Land zu modernisieren und mit den
entwickelten Großmächten aufschließen zu können.
Ein zentral gesteuertes Heer nach westlichem Muster wurde aufgebaut,
und man war bemüht die Industrialisierung im Eiltempo voranzutreiben.
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Diese Entwicklungen brachten das Ende für die meisten Kampfkunstschulen,
so auch für den Großteil der Kyudo-Schulen. Der überlebende
Rest musste sich in einem neuen, der alten Mentalität
feindlichen Umfeld neu definieren.
Die Insai-ha Linie der Heki-Schule (die zu den wenigen Überlebenden
zählt, und sogar ihre Größe hat weiter ausbauen
können), verbindet 500 Jahre alte Tradition ohne falscher Samurai-Sentimentalität
mit der Freude über das geistige Wachstum, das sich durch die
Entwicklung des Einzelnen in der Kunst des Bogenschießens
einstellt. Heute wird Kyudo von jung und alt, Mann und Frau gleichermaßen
praktiziert und genossen.
"Das Treffen ist das höchste Gut des Bogenschießens"
wird ernst genommen, wir sind überzeugt, dass korrektes
Schießen ein sicheres Treffen ergibt, daher bieten wir dem
Interessierten ein solides Fundament, um Kyudo als die eigene Kunst
in fortgeschrittener Karriere erleben zu können.
Auch ist Kyudo heute sowohl ein Sport der internationalen
Turniere, als auch der Europäischen
Meisterschaften mit der Hoffnung dem Kreis der Olympischen
Spiele beizutreten. |
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